Das Eisstadion als 2-in-1 Bürgerarena

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

aktuell beschäftigt Kaufbeuren so viele Themen. Selten gibt es so viele Für und Wider, dass man manchmal selbst als Politiker nicht weiß, wie man richtig handeln kann und soll. Neben dem Forettle beschäftige ich mich auch mit dem Eisstadion in Kaufbeuren.

In der letzten Stadtratssitzung vom 19. November 2013 wurde das Thema Eisstadion noch einmal zur Sprache gebracht. Hintergrund waren entstandene Mehrkosten für die aktuellen Sicherungsmaßnahmen von über 200.000 Euro. Mit insgesamt über 1,7 Mio Euro ermöglichen diese Maßnahmen einen Betrieb bis ins Jahr 2017. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass sich die Bausubstanz nicht weiter verschlechtert.

Was passiert nach 2017?

Wie soll es im Jordanpark in Zukunft weitergehen? Die Kosten für einen Neubau liegen geschätzt bei mindestens 15 Mio Euro. Und wer realistisch denkt, der weiß auch, dass gerade bei Bauprojekten noch die ein oder andere Million hinzukommen wird. Alles kann man eben nicht bis ins Detail planen.

Als liberaler Mensch kann ich auch jede Position zum Eisstadion nachvollziehen. Wie aber schon in meinem Bericht über das geplante Fachmarktzentrum im Forettle erwähnt, braucht Kaufbeuren solche „Zentren“ um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Und mit Wettbewerb meine ich den „Kampf“ um Einwohner der Stadt.

Als Realist weiß ich aber um den finanziellen Aufwand, den unsere Stadt nicht einfach so aus den „Ärmeln schütteln“ kann.

Viele Kaufbeurer sind für das Eisstadion – aber würden sie selbst auch eine Spende dazugeben. Sollten wir über eine Zwangsabgabe von mehreren hundert Euro je Bürger sprechen? Oder lassen wir es zu, dass wir in Zukunft auf andere Angebote (Hallenbad, Volkshochschule, Stadtmuseum….) verzichten? Ich finde, dass wir diese Frage nicht beantworten müssen, solange noch Potenziale für Förderungen in diesem Projekt stecken.

Sicher bemühen sich unsere Politiker um mögliche Förderungen für den Neubau. Auch ich habe gestern an den BUND geschrieben um zu erfragen, welche Chancen überhaupt bestehen. Da die Stadt Kaufbeuren das Stadion gekauft hat, sind Vereinförderungen nahezu undenkbar. Wir sind halt nicht der ‚Stadt Kaufbeuren e.V.’.

Viele Köche – viele Töpfe

Nachdem ich gestern den Leitfaden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zum Thema „Sportförderung in der EU“ gelesen habe, kam mir folgender Gedanke.

Wir brauchen nicht nur eine Förderung, sondern mehrere. Aber wie kann das gelingen?

Förderungswürdig ist neben der regionalen Entwicklung auch jede Form von integrations- und jugendfördernden Maßnahmen. Ist das nicht genau das, was hier passiert? Steht ein solcher Park mit Eisstadion, einem Fußballstadion, einem Hallenbad und Freiflächen nicht für genau diese Werte? Schließlich nutzen viele Vereine diese Angebote. Und genau diese Vereine sind es, die uns vielleicht einen entscheidenden Schritt näher zu Förderungen bringen könnten. Dennoch bekommt man keine Förderung ohne selbst Geld zu investieren. Daher gehört zur politischen Arbeit – neben der Anfrage von Förderungen – auch schon jetzt die Suche nach möglichen Einnahmequellen durch Namenssponsoren, VIP Logen (gegen Jahresmiete erhältlich) uvm. Ich bleibe an dieser Sache dran.

Contra Eisstadion – die Chance auf mehr!

Gegenstimmen zum Eisstadion werden z. B. damit begründet, dass sich andere Vereine von der Stadt ungerecht behandelt fühlen. Warum soll also dem örtlichen Eishockeyverein so viel Unterstützung zukommen? Auch hier habe ich mir bereits ein paar erste Gedanken zur Fairness gemacht. Bitte: es sind wirklich erste Gedanken und sollen Grundlage für eine Diskussion bieten.

Weitere Stimmen der Bürger: Kaufbeuren braucht eine moderne und große Veranstaltungshalle…Warum bekommen wir so wenig ‚Eiszeiten’ im Stadion?….

Das hat mich auf eine Idee gebracht. Ok, die ‚Grünen’ werden es vielleicht etwas anders sehen, da meiner Idee ein paar Bäume im Stadtpark zum Opfer fallen würden (dafür müssen wir dann an anderer Stelle neue Bäume pflanzen).

Wie wäre es mit einer Kombination aus Eisstadion und Eventlocation?

Eine Arena mit zwei Eisflächen, die so stets das Training des ESVK gewährleisten, auch wenn nebenan ein Konzert oder ein Flohmarkt stattfindet.

Hier können Sie den Skizzen-Entwurf downloaden.

Diese Mehrzweckhalle kombiniert mit besseren Familien-Spielplätzen im Jordanpark mit Überdachung, Tischtennisplatten, Kletterpark und Vieles mehr.

Vielleicht sollten wir den Jordanpark als Ganzes betrachten und uns damit eine familienfreundliche und touristisch attraktive Fläche schaffen? Wie hoch der Preis für ein solches Projekt ist, könnte man schon jetzt in Erfahrung bringen.

Meine Kollegen der FDP und ich freuen uns sehr über Ihre Meinung zum Eisstadion in Kaufbeuren. Und bitte lassen Sie uns bereits jetzt darüber sprechen und nicht erst, wenn 2017 die nächste Sperrung droht. Im Stadtrat lautete ein Kommentar „lassen Sie uns nicht über ungelegte Eier sprechen“ – aber dieses Thema wird so schnell auf uns kommen, dass wir uns schon jetzt intensiv damit befassen müssen.

Herzlichst,

Ihr Andreas Weiß