CSU Kaufbeuren löschte kritische Facebookposts

Soziale Netzwerke, wie die Plattform Facebook, sind in unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Sie werden nicht nur als Informations- und Kommunikationsplattform zwischen Freunden und Bekannten genutzt, sondern bieten mittlerweile auch Firmen und politischen Organisationen eine Möglichkeit zum Austausch mit den Nutzern.

Abgesehen von Verhaltensregeln, besteht das Recht auf Meinungsfreiheit auch bei Facebook.

Wie man Facebook nicht nutzen sollte, zeigt das jüngste Beispiel der CSU Kaufbeuren.
Mit dem Kommentar „Das hat uns noch gefehlt! (…)“ bezieht sich die CSU auf den Vorschlag der Freien Wähler über eine Hochhausbebauung im Forettle. Dabei wird der Vorschlag als „Faschingsscherz“ betitelt.

Dass die CSU selbst auch an einigen, teils kuriosen Vorschlägen beteiligt war, stellte FDP Kandidat Sebastian Zajicek auf der Seite der CSU Kaufbeuren fest. Dabei bezieht er sich auf die 2009 zur Diskussion stehende Jesusstatue. Eine Kritik, die durchaus berechtigt war. Wenige Stunden später wurde dieser Kommentar von Seiten der CSU gelöscht.

Auch FDP Kandidat Andreas Weiß verfolgte die Kommentare und bemerkte die Löschung des Beitrages. Dies gab Grundlage zur Diskussion. Doch wenige Stunden später, wurden auch diese Kommentare gelöscht.

„Es ist ein großer Fehler Kommentare zu löschen. Die Seiten der Parteien sind schließlich nicht nur Befürwortern zugänglich. Viel mehr sollte Kritik die Grundlage einer Diskussion sein. Aber sie zu löschen grenzt an ein Redeverbot“, äußert sich Weiß.

Am Donnerstag (06.02.), gegen 17:45 Uhr dann eine Reaktion der CSU.
Der stellvertretende Ortsvorsitzende der CSU Kaufbeuren, Thomas Jahn meldet sich in einem Kommentar zu Wort.
Noch ein Hinweis in eigener Sache an die Herren Weiss und Zajicek (gemeint sind die beiden Kandidaten der FDP): Früher war die FDP mal die Partei, die das Eigentum anderer Leute respektiert hat. Es existiert kein Recht, auf fremden Internetseiten eigene Kommentarspalten einzufordern. Auf unseren Internetseiten löschen wir daher fremde Einträge genauso wie jeder Hauseigentümer jederzeit darüber entscheiden kann, wen er einlädt und wen nicht. (…) Herzliche Grüße Ihr Thomas Jahn, stv. Ortsvorsitzender.“

Andreas Weiß zeigt sich entsetzt. „Nicht nur, dass die CSU anscheinend nicht kritikfähig ist, aber von einem Rechtsanwalt die eigene Meinung ‚entfernen zu lassen’, finde ich respektlos. Das hat man im Wahlkampf nicht nötig.“

Hier haben wir Ihnen Screenshots der Posts als PDF bereitgestellt: CSU_Facebook_posts_geloescht